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Ein Wochenende mit Gott

Das ist der Untertitel des Bestsellers "Die Hütte" von W.P.Young. Die überraschend normale Formulierung des Themas beschreibt genau, worum es in dem knapp 300 Seiten starken Roman geht. Der Romanheld, Mack, hat eine persönliche Begegnung mit Gott, die sein Leben gründlich auf den Kopf stellt.

Der Autor macht mit seinem spannenden Roman deutlich, dass es beim Christsein hauptsächlich um eine Beziehung zu Gott geht. Sein Romanheld hat viele Fragen an Gott, weil seine kleine Tochter vier Jahre vorher ermordet wurde. Seine Vorstellungen von Gott sind durcheinander. An diesem Wochenende lernt Mack Gott ganz neu kennen, indem er sich seinem Leid mutig stellt. Er merkt, dass Gott souverän ist und liebevoll. Der Autor lässt Gott einmal sagen: "Wir rechtfertigen das Leid nicht. Wir erretten euch daraus." (S.145)

Der Autor berücksichtigt die Dreieinigkeit Gottes, indem er Vater, Sohn und Geist unterschiedlich auftreten lässt. Sehr gewöhnungsbedürftig ist es, dass über lange Strecken des Buches der Vater zwar "Papa" genannt wird, aber in weiblicher Gestalt erscheint, weil Mack ein stark gestörtes Vaterbild aus seiner Kindheit in sich trägt. Dies ist also kein Ausdruck feministischer Theologie, sondern soll die Einfühlsamkeit des himmlischen Vaters zeigen. Gegen Ende des Buches wird die weibliche Darstellung geändert.

Der Roman gibt mir viele lohnende Impulse, über meine eigene Beziehung zu Gott nachzudenken. Besonders betroffen macht mich das 11. Kapitel. Darin geht es um das Richten: wie schnell hat man jemanden verurteilt und abgeschrieben. Das betrifft sogar Gott, dem man vorwirft, die Welt nicht richtig im Griff zu haben. Auch andere Passagen empfinde ich heilsam und seelsorglich, auch manche Bilder, z.B die Darstellung der eigenen Seele als Garten. Und das grosse Anliegen: eine persönliche Beziehung zu Gott ist wichtiger als christliche Institutionen!

Mein Fazit: lohnend! Ungewöhnlich, aber desto anregender!